wima mirakel logo

Archiv

Alle Ferkel brauchen ausreichend Milch

In den letzten Jahren haben sich die biologischen Leistungen in der Ferkelerzeugung beachtlich verbessert. Durch den genetischen Fortschritt vieler Herkünfte, Verbesserungen im Besamungsmanagement sowie eine bedarfsgerechte Versorgung der Sauen in der Trächtigkeit ist vor allem die Anzahl lebend geborener Ferkel stark angestiegen.

Als Voraussetzung für eine effektive Arbeit im Sauenstall wird dabei die Bewirtschaftung des Bestandes in Gruppen gesehen. Eine hohe Anzahl lebend geborener Ferkel fordert jedoch auch ein besonderes Management im Abferkelstall. Große Würfe bedingen oft ein geringeres Geburtsgewicht des einzelnen Ferkels. Daraus entstehen neue Probleme um den Geburtszeitraum, da kleinere Ferkel mehr Ansprüche an die Versorgung stellen, aber auch für den weiteren Verlauf der Säugezeit: Neben höheren Anforderungen an die Tiergesundheit werden auch an die Fütterung neue Ansprüche gestellt.


Denn große Würfe erfolgreich absetzen bedeutet nicht nur, Ferkelverluste während der Säugezeit zu reduzieren sondern auch kräftige, vitale Ferkel in homogenen Gruppen abzusetzen. Dabei spielt, neben baulichen Voraussetzungen (z.B. großen, bestmöglich estalteten Ferkelnestern) und einem guten Management im Abferkelstall vor allem die Versorgung der Ferkel mit Milch eine  usschlaggebende Rolle. Nach der ersten, lebenswichtigen Kolostrumaufnahme muss die weitere optimale Versorgung aller Ferkel gewährleistet sein. Um jedem einzelnen Ferkel eine ausreichende Menge Milch zuzusichern und damit die Grundlage für große, homogene Würfe zu schaffen, gibt es die Möglichkeiten des Wurfausgleiches, des Einsatzes von Ammensauen und des Einsatzes technischer Ammen. Tritt ein Engpass in der Versorgung durch die Sau bei einzelnen Tieren auf, kann mit einem gezielten Wurfausgleich innerhalb der Sauengruppe reagiert werden. Ist die Fruchtbarkeitsleistung vieler Sauen, mit durchschnittlich mehr als 12 - 13 lebend geborenen Ferkeln pro Wurf, jedoch sehr hoch, sollte über den Einsatz von Ammen nachgedacht werden, um den Ferkeln eine ausreichende Milchmenge und damit erfolgsversprechende Chancen auf gutes Wachstum zuzusichern. Als Amme kann sowohl eine Sau aus der vorhergehenden Abferkelgruppe als auch eine technische Lösung in Frage kommen. Neben sehr großen Würfen können z.B. auch Milchmangel oder Verendungen von Sauen nach der Geburt den Einsatz von Ammen notwendig machen. Im Rahmen dieses Beitrags soll vor allem auf die technischen Möglichkeiten der Milchfütterung von Saugferkeln eingegangen werden.

Technische Ferkelammen

Neben dem Einsatz von Ammensauen gibt es die Möglichkeit technische Ferkelammen einzusetzen. Technische Ferkelammen benötigen sowohl einen Strom- als auch einen Wasseranschluss und versorgen die Ferkel mit Milchaustauscher bzw. Breifutter. Die Versetzung der annähernd gleich alten Ferkel an eine technische Amme ist ebenfalls erst nach einer gesicherten Kolostrumaufnahme möglich. Der Vorteil gegenüber dem Einsatz von Ammensauen liegt vorallem in einem ungestörten Produktionsablauf in den Sauengruppen: Keine Sau muss über die eigentliche Säugezeit hinaus säugen und ist damit der Gefahr von Fruchtbarkeitsproblemen ausgesetzt. Zudem kann ein Hygienekonzept im Abferkelbereich eingehalten werden. Allerdings muss beim Einsatz einer technischen Amme eine größtmöglichen Hygiene gewährleistet sein, um Ferkelverluste zu vermeiden. Zusätzliche Kosten durch Anschaffung, Betreibung und erhöhten Arbeitsaufwand müssen berücksichtigt werden. Voraussetzung für die Nutzung von Ferkelammen ist zunächst die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben.

Nach der Tierschutz- Nutztierhaltungsverordnung (§22) dürfen Saugferkel erst in einem Alter von über vier Wochen abgesetzt werden. Als Ausnahmeregelung gilt, dass die Ferkel früher von der Sau getrennt werden dürfen, wenn dies zum Schutz des Muttertieres oder des Saugferkels vor Schmerzen, Leiden oder Schäden erforderlich ist.


Ein wichtiger Unterschied zwischen den angebotenen Geräten liegt in der Möglichkeit Milch- oder Breifutter zu dosieren. Der Einsatz eines speziell auf den Verdauungstrakt der Ferkel abgestimmten Milchpulvers ist bei den jungen Saugferkeln bedeutsam, da milchfremde Komponenten nicht verdaut werden können. Die Möglichkeit der Milchfütterung bieten die Ferkelammen der verschiedenen Hersteller (Übersicht 1). Das Milchpulver sollte zu jeder Ausdosierung frisch mit Wasser angemischt und verfüttert werden. Der Futterhygiene kommt bei diesem leichtverderblichen Futtermittel sehr große Bedeutung zu. Bei einer Versorgung der Ferkel mit Breifuttermuss besonderes Augenmerk auf die Verdaulichkeit des Futters gelegt werden. Verbesserte Prestarter sind inzwischen jedoch auch für kleine Ferkel geeignet. Der Hauptvorteil der „Brei-Ammen“ liegt vor allem in einer einfacher einzuhaltenden Hygiene Zudem entfällt eine weitere Futterumstellung für die Ferkel.

Alle technischen Lösungen streben an, dem natürlichen Futteraufnahmeverhalten der Ferkel zu entsprechen. Fast alle Produkte bieten eine Futterkurve, welche die natürliche Häufigkeit der Futteraufnahme simuliert und die Ferkel erhalten mindestens stündlich Futter. Allerdings sollte anfangs die Dosierung zunächst in einem etwas größeren Intervall erfolgen, da die Ferkel erst lernen müssen, Nahrung von einer offenen Fläche aufzunehmen. In der Schale verbleibende Futterreste könnten sonst bei den bestehenden Klimaverhältnissen im Saugferkelbereich schnell verderben und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Zu beachten ist, dass die von den Herstellern angegebenen Futterkurven von Durchschnittswerten ausgehen; das Dosierschema ist also in jedem Fall jeder Ferkelgruppe neu anzupassen. Auch bei manueller Dosierung ist das Fressverhalten der Ferkel der wichtigste Indikator für Futtermenge und Fütterungshäufigkeit. Die Zusammensetzung des Milchfutters muss sowohl den Bedarf an Nährstoffen decken, den Geschmack der Ferkel treffen, gut verdaulich sein und Gesundheitsproblemen wie Durchfallerkrankungen vorbeugen.

Die in Übersicht 1 dargestellten Milchammen unterscheiden sich hinsichtlich der technischen Umsetzung voneinander.

B&B Europe bietet eine Lösung an, die sich von den anderen Ferkelammen grundlegend unterscheidet: Alle Ferkel verbleiben in ihren Würfen bei der Muttersau und die Versorgung mit zusätzlicher Milch erfolgt über Ringleitungen in jede Abferkelbucht. In der Regel erfordert der Einsatz der Ferkelammen zusätzlichen Raum, da die Ferkel in einer separaten Bucht untergebracht werden müssen. Das „Rescue Deck“ macht da eine Ausnahme, da dieses über den Abferkelbuchten angebracht wird.

Der Baby Milk Mix Feeder der Firma Förster Technik versorgt die Ferkel über einen Längstrog mit warmer, frisch angerührter Milch, bzw. mit Milchbrei. Ein Gerät, welches flexibel zur Milchfütterung von 10 - 16 Ferkeln eingesetzt werden kann, ist die Ferkelamme Erna der Firma WiMa Mirakel (Abbildung 1). Für den Einsatz dieser Ferkelamme empfi ehlt der Hersteller den Einsatz des Milchaustauschers „Ammengold“, um den Ferkeln möglichst gute Leistungsvoraussetzungen zu schaffen.

Der gezielte Einsatz technischer Ferkelammen ist ein gutes Hilfsmittel zur weiteren Verbesserung der Aufzuchtleistung ferkelerzeugender Betriebe, die bereits auf einem hohen Leistungsniveau arbeiten. Ihr Einsatz bedarf jedoch einem erhöhten Betreuungsaufwand. Nicht nur die jungen Ferkel brauchen intensive Kontrolle sondern auch die Geräte haben einen besonderen Pflegebedarf. Durch die hohen Hygieneansprüche in der mutterlosen Aufzucht in Verbindung mit flüssigem, leicht verderblichem Futtermittel, steigt der Aufwand für Reinigung und Hygiene. Eine gute Hygiene und einfache Reinigung sollten daher bei den Auswahlkriterien für ein System nicht vernachlässigt werden. Um den gesetzlichen Rahmenbedingungen genüge zu tun, darf ein frühes Absetzen der Ferkel an die technische Amme nur die Ausnahme bleiben. Für den Einsatz in der Praxis wird abhängig von der Auslegung der Rechtslage und der Kosten dem vergleichenden Einsatz solcher Beifütterungssysteme mit Milchaustauscher und Breifutter zukünftig im Mittelpunkt stehen

Dr. St. Knoop, Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg, Baden-Württemberg

Schweinezucht aktuell Ferkelamme (PDF)
zum Download
 

Sie haben Fragen ?
Wir sind für Sie da

WiMa-Mirakel® Spezialfutter GmbH

Mühlwiesenweg 4
D - 74182 Obersulm
Germany

 

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon:
+49 (0)7134 3164
Telefax:
+49 (0)7134 3729

Neuigkeiten

WiMa PlasmaFerkelmilch Footer

Plasma Ferkelmilch (secure)

Das neue Spezialfutter zur mutterlosen Aufzucht von Saugferkeln

Weiterlesen...

Kontakt

WiMa-Mirakel®
Spezialfutter GmbH

Mühlwiesenweg 4
74182 Obersulm

Telefon: +49 (0)7134 3164
Telefax: +49 (0)7134 3729

E-Mail:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!